Besondere Brände Drucken
Freitag, den 10. Dezember 2010 um 09:51 Uhr

Die Brandkatastrophe 1950 hinterließ in der Bevölkerung eine nachhaltige Erinnerung.

An diesem Tag, dem 25. August, strahlte die Sonne besonders stark. Die Bewohner waren auf den Feldern mit der Ernte beschäftigt. Niemand konnte ahnen, dass Kinder in der Pfarrscheune, die durch den Bauern Köpke bewirtschaftet wurde, mit Zündhölzern spielten und dabei das Stroh in Brand setzten.

Es war ein heißer Tag und nach wenigen Minuten standen die strohgedeckten Häuser in Flammen. 13 Wohnhäuser, Scheunen und Stallungen wurden vernichtet.

Zur Brandbekämpfung stand nur eine Handdruckspritze zur Verfügung. Das Wasser verdampfte durch die enorme Hitze bereits vor dem Auftreffen auf die Dachfl äche. Brennende Strohbündel flogen meterweit und setzten weitere Dächer in Brand. Feuerwehren aus 10 Gemeinden sowie die Berufsfeuerwehren aus Stralsund und Greifswald kamen zur Hilfe. Die neue Landesregierung half vorbildlich: 22 Wohnhäuser wurden neu errichtet, 6 Wohnhäuser repariert. Diese Leistung war möglich durch eine beispielhafte Solidaritätsaktion der Republik und der Helfer.

Zu einer ähnlichen Situation kam es beim Brand einer Scheune in der Ernst-Thälmann-Straße. Der Brand wurde ebenfalls von Kinderhand verursacht. Die günstige Windrichtung und die schnelle wirksame Brandbekämpfung verhinderte einen Großbrand in der Pichtstraße, in der vorwiegend rohrgedeckte Häuser standen. In einer Nacht kam es zu vier Großbränden durch Blitzschlag.

Alle Brände mussten mit dem gleichen nassen Schlauchmaterial gelöscht werden.

Viele Kameraden mussten nach dem Löscheinsatz sofort wieder zur Arbeit, sie hatten oft einen 36 Stundentag hinter sich. Die unzureichende Schutzausrüstung wirkte sich besonders  in den Wintermonaten negativ aus. Erkältungen und Ausfälle waren die Folge.

Zu den weiteren großen Brandopfern gehörten: das Wohnhaus des Bauern Wittstock, der Schweinestall der LPG Teschvitz, das Wohnhaus des Bauern Risch in Malkvitz, die Werkstatt des VEG Gingst, eine große Stallscheune in Güstin. Dazu kamen Großbrände außerhalb der Gemeinde, wie das Stallgebäude in Tankow auf Ummanz, ein Wohnhaus in Lüßvitz, eine Scheune in Reetz, ein Stallgebäude in Vieregge, das Gutshaus in Unrow, 2 Ställe und eine Scheune in Muglitz und ein Rinderstall in Karnitz, Wohnhäuser in Schaprode und Neuenkrichen, ein Rinderstall und ein Wohnhaus in Neuendorf, ein Scharfstall in Güttin – um nur einige größere Einsätze zu nennen.

Die Feuerwehr war und ist nicht nur für Brände, sondern auch für viele andere Situationen einsetzbar, sie ist eine besondere Einsatzkraft. Die Schneekatastrophe von 1978/79 erforderte oft übermenschliche Leistungen. Hier waren die Kameraden in Schichten rund um die Uhr mit anderen Hilfskräften gefordert. Sie waren in die Versorgung der Bevölkerung eingebunden, aber auch in die Versorgung der Tierbestände in den landwirtschaftlichen Betrieben. Dazu galt es, die Löschwasserwege und Transportwege zugänglich zu halten und Arbeitskräfte zu den Betrieben zu befördern. Besondere Probleme bestanden bei dem Transport der Kranken und Schwangeren ins Krankenhaus Bergen. Feuerwehr und Panzereinheiten bemühten sich um die Lösung dieser Aufgabe.

Auch in den nachfolgenden Jahren gab es für unsere Feuerwehr keine Ruhe. Auch nach der Wende gab es Brände, Hilfeleistungen und andere Einsätze. Die Feuerwehr wurde eingesetzt im harten Winter 1996 zum Transport von Trinkwasser, da umfangreiche Frostschäden an den Wasserversorgungsleitungen der Gemarkung Gingst aufgetreten waren.

 

Weitere bedeutende Brandeinsätze, wo die Feuerwehr Gingst im Einsatz war:

Am 1. August 2006 standen zirka 60 Hektar eines Roggenfeldes in Gademow in Flammen. Freiwillige Feuerwehren aus Parchtitz, Bergen, Gingst, Binz, Putbus, Sehlen, Patzig und Samtens verhinderten mit 14 Löschzügen die Ausbreitung des Feuers. Des weiteren war die Feuerwehr Gingst bei Wohnhausbränden in Neuenkirchen (Grubnow, Neuenkirchen »Robbi«), Vaschvitz und Schaprode im Einsatz. Die letzten Großbrände waren 2008 in Mursewiek und in unserer Gemeinde Haidhof.

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 06. August 2018 um 09:59 Uhr